Dentosophie
wenn Zähne, Kiefer und Körper wieder im Gleichgewicht arbeiten
Ganzheitliche, zahnmedizinische Therapie bei Kieferproblemen, Mundatmung, einseitiges Kauen, Verspannungen und vielen weiteren Beschwerden
– sanft, individuell, ursachenorientiert -
- evidenzbasiert
- interdisziplinär
- ohne invasive Eingriffe
- für Kinder & Erwachsene
Was ist Dentosophie
Atmen-Schlucken-Kauen
Dentosophie betrachtet nicht nur die Zahnstellung, sondern achtet auf das Zusammenspiel von Nase, Zunge, Kiefer und Muskulatur. Im Fokus stehen die Grundfunktionen Atmen, Schlucken und Kauen.
Ein zentraler Schwerpunkt ist dabei die Nasenatmung:
Sie unterstützt eine natürliche Zungen- und Kieferposition und wirkt sich positiv auf Entwicklung, Stabilität und Funktion aus.
Mundatmung ist dagegen ein Hinweis auf eine Dysfunktion – sie fördert Mundtrockenheit, beeinträchtigt die Kieferentwicklung und begünstigt Beschwerden im ganzen Körper.
Dentosophie erweitert die klassische Zahnmedizin durch moderne Ansätze, indem sie folgende Abläufe ganzheitlich betrachtet:
- Kauverhalten und Muskelfunktion
- Schluckmuster und Mundschluss
- Spannungsverteilung und Bewegungsrhythmus
- Zusammenspiel von Lippen und Wangen
- Zungenstellung und Auswirkung auf die Zähne
Typische Beschwerden und Symptome
Dabei hilft Dentosophie
Atmung
- Mundatmung
- fehlender Lippenschluss
- kleine Nasenöffnungen
- hoher schmaler Gaumen
- Augenringe (verminderte Sauerstoffaufnahme)
- Beläge und Zahnstein an den Frontzähnen
- Infektanfälligkeit
- schlechte Schlafqualität
- Schnarchen und Apnoe
- trockene & spröde Lippen
- dicke, hochrote Unterlippe
- Vergrößerte Mandeln / Polypen
- ADHS (durch Stimulation des Parasympatikus)
- wiederkehrende HNO-Infekte
Zunge
- atypische Schluckmuster / falsche Zungenposition
- offener Biss
- Zahnengstand & Zahnfehlstellungen (durch gestörtes Wachstum)
- Zunge liegt nicht am Gaumen
- undeutliche Aussprache
- Trink- & Schluckprobleme
Kauen
- einseitiges Kauen & schiefes Gesicht
- mangelndes Kieferwachstum
- Abneigung gegen harte Nahrung
- übermäßiges Trinken zum Essen
- Kieferknacken
- Schmerzen beim Kauen
- Kopfschmerzen & Migräne
- CMD & Zahnprobleme
- Schafprobleme und Tinnitus
So läuft eine Behandlung bei mir ab
Eigene Mitarbeit während der Therapie ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg
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1
Besprechung
Untersuchung zur Abklärung des Behandlungsbedarfs, Klärung von Fragen, Voraussetzung für das Erstellen des Behandlungsplans. Gerne können Sie aktuelle Röntgenbilder mitbringen.
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2
Hauptuntersuchung & Start der Therapie (1. Termin)
Wir beginnen mit einer gründlichen Funktionsanalyse. Wir prüfen u. a. Bisslage, Schluckmuster, Mundschluss, Atmung (Nase/Mund), Haltung und Muskelketten. Die Ausgangssituation halten wir mit Fotos und Abformungen der Kiefer fest.
Anschließend erfolgen die Anpassung und Auswahl des Balancers und Sie erhalten eine klare Anleitung zu Tragedauer und täglichen Übungen.
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3
Begleittermine zur Kontrolle & Feinabstimmung (ca. 4–6 Termine)
In den folgenden Monaten sehen wir uns regelmäßig, um den Fortschritt zu überprüfen. Dabei überprüfen wir, wie sich Atmung, Schlucken, Kaumuster, Bewegungsabläufe und Muskelbalance entwickeln. Je nach Verlauf passen wir das Gerät an und geben gezielte Anweisungen, um die Funktion weiter zu verbessern.
Wir wenden in diesen Terminen auch myofunktionelle Übungen, osteopathische Techniken und Ohrakupunktur an.
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4
Abschlusstermin nach ca. 12 Monaten
Nach ungefähr 12 Monaten erfolgt der Abschlusscheck: Wir vergleichen die Ausgangssituation mit dem Ergebnis, bewerten Funktion, Stabilität und Symptomverlauf und besprechen, ob die Behandlung abgeschlossen ist oder ob eine Fortführung sinnvoll ist.
Zudem geben wir Tipps für das weitere Vorgehen, falls erforderlich.
Wie funktioniert Dentosophie?
Normale Funktionen erreichen
Dentosophie setzt bei den Grundfunktionen von Nase und Mund an – wie wir atmen, schlucken, die Zunge ablegen und kauen.
Sind diese Funktionen normalisiert, kann sich auch das Zusammenspiel von Kiefer, Zähnen und Muskulatur harmonisieren und Beschwerden im ganzen Körper lösen und verschwinden lassen. Dies wirkt sich auch auf die Faszien- und Muskelketten von Kopf bis Fuß aus und regelt dadurch unsere Körperhaltung und Motorik. Grundlage sind Prinzipien der orofazialen/myofunktionellen Therapie und funktionelle Ansätze in der Zahnmedizin.
Dentosophie arbeitet mit dem Balancer, einem Trainingsgerät, das einer Schiene ähnelt.
Was ist der „Balancer“
Der Balancer ist ein weiches, elastisches Trainingsgerät, das im Mund getragen wird. Er sorgt unter anderem dafür
- die Zunge Richtung Gaumen führen,
- den Mundschluss unterstützen,
- die Nasenatmung fördern,
- und die Mund-/Gesichtsmuskulatur gleichmäßiger arbeiten lassen.
Wichtig für Patienten:
Der Balancer verschiebt Zähne nicht aktiv in eine gewünschte Position wie eine klassische Spange, sondern arbeitet über Training und Neuorganisation. Dabei werden Funktion und Muskelmuster in ein Gleichgewicht gebracht. Im Wachstum wird ein normales Kieferwachstum gefördert.
Tragedauer
Mit dem Balancer wird 1x am Tag für 5 Minuten aktiv trainiert. Zusätzliche ist erforderlich ihn nachts und eine Stunde am Tag zu tragen.
Wissenschaftliche Einordnung
Ansätze aus der myofunktionellen Therapie (z. B. Training von Atmung, Schlucken und Zungenfunktion) werden in Studien und Übersichtsarbeiten in bestimmten Kontexten als sehr hilfreich beschrieben – insbesondere, wenn die Anwendung konsequent und konstant erfolgt. Deshalb setzen wir Dentosophie individuell und über einen Zeitraum von in der Regel 12 Monaten ein.
Falls Sie Nachfragen zur Behandlung oder Wirksamkeit von Dentosophie haben, zögern Sie nicht auf uns zuzukommen.
Dentosophie für Kinder
Frühe Begleitung sorgt für gesunde Entwicklung
Gerade bei Kindern kann Dentosophie besonders sinnvoll sein, weil sich Funktionen und Strukturen noch entwickeln. Statt nur „Zähne zu sortieren“, schauen wir früh darauf, wie Ihr Kind atmet, schluckt, die Zunge hält und den Mund schließt – denn genau diese Grundfunktionen beeinflussen, wie sich Kiefer und Zahnstellung entwickeln, um langfristig Probleme zu verhindern.
Manche Auffälligkeiten wirken harmlos oder „verwachsen sich“. Oft hängen sie jedoch mit grundlegenden Funktionen zusammen, die sich früh entwickeln sollen.
Folgende Symptome treten oft bei Kindern auf, die Probleme mit den Grundfunktionen Atmen, Kauen und Schlucken haben.
Atmung
- ihr Kind atmet häufig durch den Mund
- es schnarcht oder schläft unruhig
- Lippen wirken trocken oder spröde
- Infekte treten auffällig häufig auf
- Beläge und Zahnstein bilden sich
- ihr Kind ist häufig müde oder hat Augenringe
Schlucken
- die Lippen schließen sich nicht entspannt
- die Zunge liegt selten am Gaumen
- Schlucken fällt sichtbare schwer
- ihr Kind lispelt oder sabbert
- Sprache wirkt undeutlich oder verzögert
- Trink- & Schluckprobleme treten auf
- es entwickeln sich Zahnfehlstellungen (z.B. Kreuzbiss)
Kauen
- ihr Kind kaut einseitig – Unterkiefer nicht mittig
- Abneigung gegen harte Nahrung
- Übermäßiges Trinken zum Essen
- Schmerzen beim Kauen oder Zähneknirschen
- ihr Kind hat Kopfschmerzen oder ist unruhig
Wenn Sie derartige Symptome bei Ihrem Kind erkennen oder den Eindruck haben, „da stimmt etwas nicht“: Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin bei uns.
Häufige Fragen zur Dentosophie
Das Dentosophie FAQ - Alles was Sie wissen müssen
Was ist Dentosophie – und was passiert in der Therapie?
Dentosophie ist eine myofunktionelle Therapie, die sich auf Atmung, Zungenlage, Schlucken, Mundschluss und Kieferfunktion konzentriert. Nach eingehender Diagnostik erfolgt die Anpassung des Balancers und wir geben Ihnen die passenden Übungen. Danach begleiten wir die Therapie mit 4–6 Kontrollterminen zur Feinabstimmung und einem Abschlusstermin nach ca. 12 Monaten. In den Sitzungen unterstützen wir mit funktioneller Logopädie, Osteopathie und Ohrakupunktur.
Was genau ist ein „Balancer“?
Der Balancer ist ein weiches, elastisches Trainingsgerät, das individuell nach Ihrem Befund ausgewählt wird. Er unterstützt die Mundfunktionen (z. B. Zungenposition, Mundschluss, Muskelbalance, Kauen) sowie die Nasenatmung und wird nach Absprache nachts, tagsüber für eine definierte Zeit und während der Übungen getragen.
Wie lange dauert eine Dentosophie-Therapie?
Normalerweise liegt die Gesamtdauer bei 12 Monaten. Bei Kindern im Wachstum kann es auch notwendig sein ein weiteres Jahr anzuhängen. Der genaue Verlauf ist individuell und hängt u. a. von Ausgangsbefund und Ihrer Mitarbeit ab.
Kann ich ohne Termin entscheiden, ob Dentosophie für mich / mein Kind passt?
Ja, wenn Sie oben genannte Symptome haben oder bei Ihrem Kind feststellen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihnen diese Therapie helfen kann. Es ist sinnvoll einen Termin bei uns zu vereinbaren.
Kann ich einen Balancer einfach zugeschickt bekommen – ohne Therapie?
Nein. Der Balancer ist kein Standardprodukt, sondern Teil einer Therapie und muss individuell angepasst sowie im Verlauf kontrolliert werden. Ohne Diagnostik und Begleitung wäre das medizinisch nicht sinnvoll. Online sind ähnliche Produkte verfügbar, allerdings ohne die Begleitung und Anleitung eines Dentosophen werden Sie nicht den gewünschten Effekt erzielen.
Gibt es ein Mindestalter oder eine Altersgrenze?
Es gibt keine starre Altersgrenze. Der Einsatz eines Balancers ist ab 2-3 Jahren möglich. Allerdings ist es sinnvoll, das für die Funktion so wichtige Lippen- und Zungenband schon bei Säuglingen zu untersuchen, da hier unter Umständen eine sehr frühe Intervention nötig und sinnvoll ist.
Ich bin in kieferorthopädischer Behandlung – geht Dentosophie trotzdem?
Ja, nach Rücksprache und in Zusammenarbeit mit Ihrem Kieferorthopäden. Dentosophie kann als Vor- und Nachbehandlung und ergänzend sinnvoll sein. So erreichen Sie durch eine Korrektur funktioneller Störungen im Mund-Nasenbereich ein stabileres Ergebnis der kieferorthopädischen Behandlung.
Ich trage einen Retainer – muss der vorher entfernt werden?
Nicht unbedingt, genaueres werden wir mit Ihnen beim ersten Termin besprechen.
Ich habe Implantate – ist Dentosophie möglich?
Ja, wenn die Implantate stabil eingewachsen sind, ist eine erfolgreiche Dentosophie Therapie dadurch nicht eingeschränkt.
Ich trage herausnehmbaren Zahnersatz – funktioniert Dentosophie trotzdem?
Das ist fallabhängig. Es hängt unter anderem von Ihren Beschwerden und dem Ziel der Behandlung ab. Dies ist nur in einem Termin individuell zu klären.
Kann Dentosophie eine Zahnspange ersetzen?
Nicht zwangsläufig. In manchen Fällen kann Dentosophie, frühzeitig eingesetzt Probleme beheben und zu einem physiologischen Wachstum führen. Wenn sich Zähne und Kiefer physiologisch entwickeln kann eine kieferorthopädische Behandlung vermeiden. In der Regel ist eine Therapie von Dysfunktionen vor oder nach Kieferorthopädie für ein stabiles Ergebnis der Kieferorthopädie sinnvoll.
Warum ist Nasenatmung so wichtig?
Die Nase filtert Partikel, wärmt und befeuchtet die Atemluft und unterstützt die Schutzfunktion der Atemwege. Außerdem hängt Nasenatmung oft mit einem besseren Mundschluss und einer natürlicheren Zungenposition zusammen – Faktoren, die für eine stabile Mund- und Kieferfunktion wichtig sind.
Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?
In der Eingewöhnungsphase kann es vorübergehend zu mehr Speichelfluss, leichtem Druckgefühl oder Muskelkater kommen. Auch Druckstellen können auftreten, diese werden von uns beseitigt, falls sie bei Ihnen auftreten. Sollten die Symptome länger auftreten oder Sie nicht sicher sein, vereinbaren Sie bitte einen Kontrolltermin, in dem wir eine Anpassung vornehmen können.
Wo sind die Grenzen der Dentosophie?
Dentosophie ist keine „Wunderlösung“.
Bei Kindern im Wachstum bis ca. 12 Jahren lässt sich bei guter Mitarbeit der Kieferwachstum am meisten beeinflussen. Grenzen können z. B. bei stark ausgeprägten Fehlstellungen, bestimmten skelettalen Voraussetzungen oder wenn die Mitarbeit/Tragezeit nicht möglich ist, erreicht sein. Nach abgeschlossenem Wachstum lässt sich der Kiefer nur bedingt verändern. Hier stehen funktionelle Veränderungen im Vordergrund die Ihre Lebensqualität verbessern.
So wirken sich physiologisches Atmen – Schlucken – Kauen positiv auf Schlafqualität, Immunsystem, Verdauung, hormonelle Balance und das Nervensystem aus. Im ersten Termin werden realistische Ziele und klare Empfehlung gegeben.
Was kostet die Behandlung – und übernimmt die Krankenkasse etwas?
Die Kosten sind individuell (Befund, Aufwand, Anzahl Termine). Gesetzliche Kassen übernehmen Dentosophie nicht. Private Versicherungen oder Zusatzversicherungen erstatten die Kosten je nach Tarif. Sie erhalten nach dem ersten Termin bei uns einen Therapieplan.
Was sind Faszien- und Muskelketten und was haben sie mit Dentosophie zu tun?
Thomas Myers‘ Konzept der „Anatomy Trains“ (Myofasziale Leitbahnen) beschreibt Muskeln und Faszien als funktionelle Ketten, die den gesamten Körper verbinden, anstatt isoliert zu arbeiten.
Diese Ketten (z.B. dorsale/ventrale Linie) ermöglichen eine bessere Stabilität, Bewegung und Haltungskorrektur. Sie erklären zudem, wie Schmerzen an einem Ort durch Spannungen in einer anderen Kette entstehen. Es gibt 4 übergeordnete Ketten, eine vorne, eine hinten, eine rechts und eine links.
Eine zentrale Faszienkette verläuft von der Zunge bis zum großen Zeh, was die Bedeutung das Zungenbandes erahnen lässt.
Wissenschaftliche Puplikationen
Studien passend zur Dentosophie
- Verschiedene Studien für den Nachweis der Wirksamkeit vom Balancer:
https://www.eptamed.com/de/artikel-und-publikationen/ - Okklusion und Hirnfunktion – Mastikation als Prävention:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20236235/ - Kauen als Schutzfaktor für den kognitiven Abbau bei Erwachsenen: Eine qualitative systematische Überprüfun:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31140598/ - Zusammenhang zwischen Kauverhalten und kognitivem Status – Eine systematische Überprüfung:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28042986/ - Beobachtungsstudie: Vorläufige Bewertung der Nasenlochverengung in Zusammenhang mit einseitigem Kauen
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40004849/